November 2006

Der Nutzen von Drohnen im zivilen Bereich

Die im oberbayerischen Penzberg ansässige EMT Ingenieurgesellschaft Dipl.-Ing. Hartmut Euer mbH, spezialisiert auf Aufklärungs- und Zielerfassungsdrohnen, unterstreicht den Nutzen von Drohnen im zivilen Einsatzbereich.

Vollständiger Artikel als Download

 

„Ob bei Katastrophen, im Umweltschutz, beim Objektschutz, bei der Grenzüberwachung oder auch beim Schutz von Energietrassen“, so der Firmengründer Dipl.-Ing. Hartmut Euer, „überall wären Drohnen gefahrloser und weit kostengünstiger einzusetzen als Helikopter“.
Und er fügt hinzu: „Die Amerikaner tun das längst. Jetzt ist an der Zeit, dass auch wir diese neue, kostengünstige und gefahrenfreie Technologie im nichtmilitärischen Bereich anwenden.“
EMT liefert seit dem Jahr 2000 Drohnen zum Einsatz in Krisenregionen wie dem Kosovo und Afghanistan an die Bundeswehr. Seither leisten diese Systeme rund 1000 Einsätze pro Jahr. Es handelt sich dabei um reine Aufklärungsdrohnen, keine Drohnen, die zum Tragen von Waffen geeignet sind. Die überaus erfolgreiche Arbeit dieser völlig autonomen Fluggeräte, die in Echtzeit – live – alle Aufklärungs- bzw. Beobachtungsdaten übermitteln, lässt natürlich die Frage aufkommen, warum sie nicht auch und vor allem im zivilen Bereich zum Einsatz kommen.
Schwerpunkte sehen die Verantwortlichen bei EMT zum Beispiel bei der Überwachung küstennaher Gewässer zur Bekämpfung von Verklappung und Umweltverschmutzung. Bei der Überwachung von Grenzlinien, großer Industriekomplexe, Kraftwerke, Flugplätze und Bundeswehrareale oder zur Ortung von Waldbränden können die Drohnen effektiv und kostengünstig genutzt werden. Weitere Einsatzbereiche: Reaktor- oder Chemieunfälle, aber auch die Suche nach vermissten Personen.
„Die Möglichkeiten sind aber damit noch längst nicht ausgeschöpft“, so Hartmut Euer. „Denken Sie nur einmal an die Erstanalyse großer Katastrophen, wie zum Beispiel das Zugunglück von Eschede. Oder die Verschüttetensuche nach Lawinenabgängen. Oder auch die Erkennung und Bekämpfung von Schädlingsbefall. Ich möchte behaupten, dass all dies effektiver und kostensparender mittels Drohnen erfolgen könnte.“
Es bedarf zur zivilen Nutzung von Drohnen der Zertifizierung durch das Luftfahrt-Bundesamt (LBA). Diese Zertifizierung muss den strengen EU-Kriterien genügen können. „In drei bis fünf Jahren“, so Euer, in dessen Firma EMT mittlerweile 140 Mitarbeiter forschen, entwickeln, herstellen, aus- und weiterbilden, „müsste es eigentlich soweit sein.“
Die technischen Voraussetzungen für eine solche Zertifizierung sind heute schon
weitgehend erfüllt und der zivile Markt wartet inzwischen dringend auf Aufklärungsdrohnen.
Wenn es nach Hartmut Euer geht, dauert es also nicht mehr lange, bis Einrichtungen wie die Polizei, das Technische Hilfswerk, Katastrophenschutz und Feuerwehr mit Drohnen arbeiten. Für viele Fachleute wäre das ein Gebot der Stunde: So könnten die Effektivität erhöht und dabei Kosten gesenkt werden. Ganz zu schweigen davon, dass der Einsatz von Drohnen für das Bedienungspersonal völlig gefahrlos ist.